31. Januar 2018

Vermögensverteilung in Schieflage

Wie Untersuchungen eines Forschungsprojekts des Schweizerischen Nationalfonds zeigen, sind die Vermögen in der reichen Schweiz in immer weniger Händen konzentriert. Die Ungleichheit nimmt zu, mittlerweile in einer wirtschaftlich und gesellschaftlich problematischen Dimension.

Vermögen ist eine wichtige Basis für materielle Sicherheit. Im Rahmen des Nationalfondsprojekts SNF-P3 (Forschungsdatenbank) zur Einkommens- und Vermögensungleichheit untersuchten die Berner Fachhochschule BFH – Fachbereich Soziale Arbeit – und das Institut für Soziologie der Universität Bern die Vermögensungleichheit in der Schweiz erstmals anhand von kantonalen Mikro-Steuerdaten und den Daten der Eidgenössischen Steuerverwaltung. Die Ergebnisse sind im Blog «knoten & maschen» des BFH-Zentrums Soziale Sicherheit festgehalten.
Wie die Steuerdaten zeigen, spielen Erbschaften, Schenkungen und Vermögenseinkünfte heute eine wichtige Rolle bei der Vermögensbildung. Während die Steuern in diesen Bereichen in den vergangenen Jahrzehnten gesenkt wurden, verstärkte sich das Vermögensgefälle. Diese zunehmende Ungleichheit ist laut Einschätzung der Studienverfasser aus demokratiepolitischer Perspektive problematisch, da sie einen Legitimationsverlust gesellschaftlicher Strukturen herbeiführt und Konflikte fördert. Auch aus ökonomischen Gründen sei eine ausgeprägte Vermögensungleichheit unerwünscht: Sie hemmt das Wachstum und belastet die wirtschaftliche Stabilität. Experten des World Economic Forum WEF ziehen ähnliche Schlüsse in Bezug auf die sich öffnende Einkommensschere.

Blog-Artikel zur Vermögensverteilung