25. Januar 2018

Vorläufig Aufgenommene: Sonderabgabe auf Erwerbseinkommen fällt weg

Arbeitgebende machen überwiegend positive Erfahrungen mit der Anstellung von Flüchtlingen. Doch sind die administrativen Hürden oft abschreckend. Mit Anpassungen der Verordnungen im Ausländergesetz und deren Teilinkraftsetzung per 1. Januar 2018 gibt der Bundesrat hier Gegensteuer.

Master-Studentinnen der Hochschule für Soziale Arbeit FHNW befragten über 350 Arbeitgeber im Kanton Solothurn zu förderlichen und hinderlichen Faktoren bei der Anstellung von Flüchtlingen. In den Branchen, die mit Arbeitskräftemangel zu kämpfen haben, sehen zwei Drittel der Befragten ein mittleres bis grosses Potenzial, die Lücken dank Flüchtlingen zu füllen. Integrationsprogramme, mit denen vorläufig Aufgenommene auf ihre Aufgaben in den Betrieben vorbereitet und geschult werden, sind bei Arbeitgebern hoch angeschrieben. Wenig überraschend zeigt die Befragung auch, dass der administrative Aufwand rund um die Anstellung von Flüchtlingen für Arbeitgebende ein Problem darstellt.
Ab diesem Jahr ist es für vorläufig Aufgenommene einfacher und attraktiver geworden, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen: Der Bundesrat hat zum einen die Sonderabgabe auf Erwerbseinkommen abgeschafft (vorläufig Aufgenommene mussten bisher 10% ihres Lohns entrichten) und zum andern das Bewilligungs- durch ein einfaches Meldeverfahren ersetzt. Damit reduziert sich der Papierkram für die Arbeitgeber. Beide Massnahmen stärken die Integration. Das Potenzial derjenigen Menschen, die bereits in der Schweiz leben, wird besser ausgeschöpft. Die Verordnungsänderungen beziehen sich auch auf die kantonalen Integrationsprogramme. Diese sollen vorerst bis 2021 fortgesetzt werden.

Infos zur Studie der FHNW