Neue Orientierungshilfe «Prävention und Bekämpfung von Familienarmut»
Ein Aufwachsen in Armut schränkt die Entwicklungs- und Bildungschancen von Kindern erheblich ein und betrifft sämtliche Lebensbereiche, von der Gesundheit über die Wohnsituation bis zur sozialen Teilhabe. Ohne gezielte Interventionen besteht ein hohes Risiko, dass sich diese Benachteiligungen verfestigen und die Armut an die nächste Generation weitergegeben wird. Wirksame Massnahmen gegen Familienarmut verhindern zudem gesellschaftliche Folgekosten. Je früher sie ansetzen, desto höher ist der «return on investment».
Die Nationale Plattform gegen Armut veröffentlicht dazu eine Orientierungshilfe, die vom Büro für arbeits- und sozialpolitische Studien BASS AG erarbeitet wurde. Sie bündelt das vorhandene Wissen und zeigt konkrete Ansätze auf, um auf kantonaler und kommunaler Ebene Massnahmen zu konzipieren, weiterzuentwickeln und bestehende Angebote besser aufeinander abzustimmen. Die Orientierungshilfe verbindet dabei Erkenntnisse aus Wissenschaft und Fachpraxis mit dem Wissen von Menschen mit Armutserfahrung.
Die Publikation gibt einen Überblick über Ausmass, Ursachen und Folgen von Familienarmut in der Schweiz. Sie stellt sieben Handlungsfelder vor: Existenzsicherung, Erwerbschancen von Eltern, Bildungschancen für Kinder und Frühe Förderung, Gesundheit, soziale und gesellschaftliche Teilhabe, Wohnen sowie Koordination und Governance. Pro Handlungsfeld enthält sie zentrale Instrumente, Praxisbeispiele aus Kantonen, Städten und Gemeinden sowie Hinweise auf Praxishilfen und weiterführende Literatur zur Vertiefung.
Sie richtet sich in erster Linie an Entscheidungstragende und Fachpersonen in Kantonen, Städten und Gemeinden, aber auch an zivilgesellschaftliche Organisationen, Trägerschaften von Hilfsangeboten und Interessenvertretungen armutsbetroffener oder -gefährdeter Familien.