Prävention und Bekämpfung von Familienarmut
Knappe finanzielle Mittel gehen oft mit hohen psychosozialen Belastungen einher. Diese Belastungen beeinträchtigen die Entwicklungs- und Zukunftschancen von Kindern direkt. Besonders gefährdet sind Einelternhaushalte, Grossfamilien oder Eltern mit geringer beruflicher Qualifikation. Ihre Kinder haben oft geringere Entwicklungs- und Bildungschancen. Dadurch steigt ihr Armutsrisiko im Erwachsenenalter.
Die Prävention und Bekämpfung von Familienarmut ist eine gemeinsame Aufgabe von Bund, Kantonen und Gemeinden. Sie betrifft verschiedene Politikbereiche. Das Thema umfasst materielle Unterstützung sowie nicht materielle Hilfen, wie den Zugang zu Bildung, Beratung und familienergänzender Kinderbetreuung.
Das Nationale Programm gegen Armut (2014-2018) untersuchte 2017 in ausgewählten Städten und Gemeinden Strategien und Leistungen. Eine von der Plattform in Auftrag gegebene Folgestudie analysierte, wie sich die Kantone organisieren und koordinieren, um Familienarmut zu verhindern oder zu reduzieren.
In der aktuellen Phase bündelt die Plattform Erkenntnisse aus früheren Arbeiten (unter anderem zu kommunalen Strategien und Leistungen sowie zur Organisation und Koordination auf kantonaler Ebene) und bereitet diese systematisch für die Praxis auf. Der Schwerpunkt verfolgt folgende Ziele:
- vorhandenes Wissen zur Prävention und Bekämpfung von Familienarmut bündeln;
- wirksame Instrumente von Kantonen, Städten und Gemeinden sichtbar machen;
- die koordinierte und politikfeldübergreifende Umsetzung stärken.
Die Plattform hat ein externes Forschungsbüro beauftragt, hierzu bestehende Erkenntnisse aus Studien und Praxis in einem Leitfaden zu bündeln. Dieser zeigt zentrale Handlungsfelder, typische Instrumente und deren Wirkungspotenzial sowie Praxisbeispiele auf und richtet sich an strategische und konzeptionelle Verantwortliche in Kantonen, Städten und Gemeinden. Der Leitfaden soll ihnen als Arbeitsgrundlage dienen.
Die Plattform präsentiert den Leitfaden an einer themenbezogenen Tagung Ende 2026. Der Koordinationsausschuss der Plattform wird zudem prüfen, wie die Ergebnisse mit Partnerorganisationen weiter verbreitet und gegebenenfalls innovative Ansätze in der Praxis erprobt werden können.
Studien und Arbeitshilfen zu Familienarmut