Berufswahl

Rolle der Eltern bei der Berufswahl von Jugendlichen

Mit Blick auf die Bildungslaufbahn von Kindern und Jugendlichen spielen die Eltern eine entscheidende Rolle, insbesondere im Prozess der Berufswahlvorbereitung. In bildungsfernen und sozial benachteiligten Familien mangelt es bisweilen an Kenntnissen des Berufsbildungssystems. Gezielte Unterstützung hilft Jugendlichen bei der Überwindung nachteiliger Rahmenbedingungen.

Menschen ohne Berufsabschluss befinden sich öfters in prekären Beschäftigungsverhältnissen und sind häufiger von Armut betroffen. Die Berufswahlvorbereitung Jugendlicher auf Mittel- und Oberstufe ist eine gemeinsame Aufgabe von Schulen, Berufsberatungsstellen und dem Elternhaus. Eine motivierte Berufswahl – gekrönt vom erfolgreichen Berufsabschluss – steht bei Jugendlichen am Anfang eines ökonomisch und sozial gelingenden Arbeitslebens, sie ist der Angelpunkt für ein finanziell unabhängiges und selbstbestimmtes Erwachsenendasein. Den Eltern kommt bei dieser Wahl eine wichtige unterstützende Rolle zu und es geht darum, sie bei dieser Aufgabe zu begleiten und zu beraten. Um sozial benachteiligte oder bildungsferne Eltern zu erreichen und für eine Zusammenarbeit gewinnen zu können, müssen entsprechende Angebote möglichst niederschwellig sein.

Berufswahl und -einstieg gehören zum Handlungsfeld «Bildungschancen» des Nationalen Programms gegen Armut. Bereits ab der 5. Klasse können Kinder am nationalen Zukunftstag Erwachsene einen Tag bei der Arbeit begleiten und sich ein Bild des Berufs machen, Sekundarschulen bieten Berufswahlunterricht an, Schüler können Berufsmessen besuchen oder Schnupperlehren absolvieren. Kantonale Berufsbildungs-, Arbeits- und Sozialämter haben ein vielfältiges Angebot zur Unterstützung Jugendlicher entwickelt: Brückenangebote, Vorlehren, Coaching- und Mentoring-Programme oder Case Management Berufsbildung. Weitere wichtige Akteure zugunsten der Integration von Jugendlichen in die Arbeitswelt sind die Städte und Gemeinden, diverse NGO sowie private Trägerschaften (z.B. Jugendprojekt LIFT).

 Rund um die Berufswahl und Ausbildung bieten all diese Akteure eine vielfältige Lösungspalette an. Insbesondere Coaching- und Mentoring-Angebote helfen Jugendlichen bei der Berufswahl und beim Übergang in die Berufsbildung, wobei darauf geachtet wird, die Eltern sowohl gezielt einzubeziehen wie auch zu entlasten. Folgerichtig konzentriert das Programm gegen Armut seine Mittel darauf, Lücken zu schliessen und Impulse für Bereiche mit hohem Entwicklungsbedarf zu geben: Unterstützt werden verschiedene Modell- und Pilotprojekte, welche Jugendlichen in der Berufsausbildung zur Seite stehen oder sie vor einem Lehrabbruch bewahren. Auch steht ein Leitfaden zur Verfügung, der sozial benachteiligte Eltern befähigen soll, den Berufswahlprozess ihrer Kinder zielgerichtet zu begleiten.

Letzte Änderung: 14.04.2020