Berufswahl und Berufseinstieg

Mit Blick auf die Bildungslaufbahn von Kindern und Jugendlichen spielen die Eltern eine entscheidende Rolle, insbesondere im Prozess der Berufswahlvorbereitung. Sozial benachteiligte Familien kennen das Berufsbildungssystem manchmal wenig. Gezielte Unterstützung hilft Jugendlichen bei der Überwindung nachteiliger Rahmenbedingungen. 

Menschen ohne Berufsabschluss befinden sich häufiger in prekären Beschäftigungsverhältnissen und sind häufiger von Armut betroffen. Die Berufswahlvorbereitung Jugendlicher auf Mittel- und Oberstufe ist eine gemeinsame Aufgabe von Schulen, Berufsberatungsstellen und dem Elternhaus. Eine motivierte Berufswahl – gekrönt vom erfolgreichen Berufsabschluss – steht bei Jugendlichen am Anfang eines ökonomisch und sozial gelingenden Arbeitslebens, sie ist der Angelpunkt für ein finanziell unabhängiges und selbstbestimmtes Erwachsenendasein. Den Eltern kommt bei dieser Wahl eine wichtige unterstützende Rolle zu und es geht darum, sie bei dieser Aufgabe zu begleiten und zu beraten. Um sozial benachteiligte Eltern zu erreichen und für eine Zusammenarbeit gewinnen zu können, müssen entsprechende Angebote möglichst niederschwellig sein. 

Berufswahl und Berufseinstieg von Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit Schwierigkeiten gehören zum Handlungsfeld «Bildungschancen» der Nationalen Plattform gegen Armut. Das Programm gegen Armut konzentrierte seine Mittel von 2014 bis 2018 darauf, thematische Lücken zu schliessen und Impulse für Bereiche mit hohem Entwicklungsbedarf zu geben: Unterstützt wurden verschiedene Modell- und Pilotprojekte, die Jugendlichen in der Berufsausbildung zur Seite stehen oder sie vor einem Lehrabbruch bewahren. Eine Studie analysierte die Rolle und den Unterstützungsbedarf von sozial benachteiligten Eltern in der Begleitung ihrer Kinder im Berufswahlprozess. Darauf basierend wurde ein Leitfaden für Verantwortliche von Angeboten erarbeitet, die sozial benachteiligte Eltern bei der Berufswahl ihrer Kinder begleiten und unterstützen. 

Die ebenfalls im Rahmen des Nationalen Programms gegen Armut erstellte Studie zur «Reduktion der Abhängigkeit von Jugendlichen von der Sozialhilfe» formulierte verschiedene Empfehlungen zur Verbesserung und Koordination des Unterstützungsangebots für Jugendliche mit Problemen beim Übergang von der Schule in die Berufsbildung sowie in den Arbeitsmarkt. Dabei wurde die Weiterentwicklung der Angebote für bestimmte Zielgruppen (z. B. junge Mütter), die Früherkennung von Gefährdungen in der Schule, eine zentrale Triagestelle, die Koordination und Abstimmung der Unterstützung sowie die längerfristige Begleitung von gefährdeten Jugendlichen und jungen Erwachsenen gefordert. Trotz des bereits bestehenden Unterstützungsgebots ging aus der Studie ein dringender Handlungsbedarf hervor. Die Nationale Plattform gegen Armut greift die Empfehlung der Studie auf und versucht, sie in einer angepassten Form zu vertiefen.

Faktenblatt "Berufswahl und Berufseinstieg" (September 2018)
Faktenblatt «Bildungschancen von der frühen Kindheit bis ins Erwachsenenalter» (September 2018)

"Panorama.aktuell", Newsletter SDBB

Fachinformationen für Berufsbildung, Berufsberatung und Arbeitsmarkt

Erklärung 2019 zu den bildungspolitischen Zielen für den Bildungsraum Schweiz

Das Eidgenössische Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung WBF sowie die Schweizerische Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren EDK bestätigen in ihrer gemeinsamen Erklärung vom September 2019 das bildungspolitische Ziel, dass 95 Prozent aller 25-Jährigen in der Schweiz über einen Abschluss auf der Sekundarstufe II verfügen sollen.

Bericht des Bundesrates: Einführung des Eidgenössischen Berufsattests – eine Bilanz (März 2019)

Der Bericht zeigt auf, dass die EBA-Grundbildungen primär praktisch begabte Personen gut für den ersten Arbeitsmarkt qualifizieren und ihnen den Zugang zu weiterführenden Abschlüssen auf Sekundarstufe II (Eidgenössisches Fähigkeitszeugnis) sowie Weiterbildungen eröffnen.

"Soziale Selektivität", Expertenbericht & Empfehlungen des Schweizerischen Wissenschaftsrats (2018)

Der Schweizerische Wissenschaftsrat formuliert fünf Empfehlungen an Bund, Kantone, Förderinstitutionen sowie Hochschulen zur Reduktion der sozialen Selektivität im Bildungsbereich. Darüber hinaus zeigt der Bericht die Situation auf betreffend die soziale Ungleichheit von Bildungschancen, selektiven Zugängen zu höherer Bildung und deren bildungspolitische Implikationen.

Bericht "Kennzahlenvergleich zur Sozialhilfe in Schweizer Städten 2017"

Die Städteinitiative Sozialpolitik hat den aktuellen „Kennzahlenvergleich zur Sozialhilfe in Schweizer Städten“ veröffentlicht. Der Schwerpunkt liegt auf den Jugendlichen und jungen Erwachsenen in der Sozialhilfe. Bei der überwiegenden Mehrheit gelingt die Ablösung auf längere Sicht; bei Ausländerinnen und Ausländern im Verhältnis sogar besser als bei Schweizerinnen und Schweizern. Wesentliche Risikofaktoren sind fehlende Bildung und Aufwachsen in Armut.

Dyslexie bei jungen Erwachsenen – ein sehenswerter Dokumentarfilm aus der Romandie (in Französisch)

Ein Video aus der Romandie zeigt Möglichkeiten des Nachteilsausgleich bei der Bewerbung, in der Berufslehre sowie an der Berufsfachschule auf. Junge Erwachsene erzählen, wie sie mit ihrer Dyslexie umgehen. Fachpersonen ergänzen aus dem Blickwinkel von Begleitpersonen.

Evaluation "Projekt Lift" (2017), NSW / RSE

LIFT ist ein Integrations- und Präventionsprpgramm an der Nahtstelle zwischen der Volksschule (Sek I) und der Berufsbildung (Sek II). Projekt vom Netzwerk für sozial verantwortliche Wirtschaft NSW / RSE

"Projekt Nahtstelle" EDK, Dokumentation (2015)

Das EDK-Projekt "Optimierung der Nahtstelle obligatorische Schule – Sekundarstufe II" (kurz: Nahtstelle) dauerte von 2006 bis 2010. Es wurde in Zusammenarbeit mit dem Bund und den Organisationen der Arbeitswelt (OdA) realisiert

"Bildungsbericht Schweiz", SKBF (2014)

Schweizerische Koordinationsstelle Bildungsforschung SKBF

"Bildungssystem ch", Datenbank EDK

Mit in den Kantonen laufenden Projekten an der Nahtstelle obligatorische Schule-Sekundarstufe


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Bildungsgerechtigkeit

Fachhochschule Nordwestschweiz, AvenirSocial, Schulsozialarbeiterinnenverband SSAV

fribap

Lehrbetriebverbund Kanton Freiburg

Gemeinsam zum Erfolg

Evaluationsprojekt des Eidgenössischen Hochschulinstituts für Berufsbildung EHB

jobBooster

Impulse Basel

Scène active

Stadt Genf - Département de la cohésion sociale et de la solidarité und Association ACCROCHE-Genève


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Letzte Änderung: 29.10.2019